Interview mit dem Geschäftsführer Bernhard Sack – Teil 1

Bernhard Sack ist seit 2015 Geschäftsführer von tel-inform. In diesem Interview gibt er uns einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang und seine Arbeit bei tel-inform.

Bernhard Sack Leitung TelefonserviceDer berufliche Werdegang von Bernhard Sack

Bernhard absolvierte sein Abitur in Kleve und leistete anschließend seinen neunmonatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Darauf folgte ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Freiburg, wo er sein Vordiplom erwarb. 2005 wechselte er nach Rotterdam und studierte dort erfolgreich internationale Betriebswirtschaft. In seinem Masterstudium vertiefte er sich in die Themen Unternehmertum und das Entwickeln von neuen Geschäftsmodellen. E-Commerce hat ihn stets begeistert und das war für ihn der ausschlaggebende Grund, in diesem Bereich zu arbeiten.

Die Berufserfahrungen von Bernhard reichen bis nach San Francisco

Für seinen Berufseinstieg wählte Bernhard den Otto Konzern in Hamburg. Dort durchlief er ein Traineeprogramm zur Nachwuchsführungskraft und konnte dort seine ersten Berufserfahrungen sammeln. Fast zwei Jahre lang hatte er die Möglichkeit jede Abteilung näher kennen zu lernen, die für E-Commerce bei Otto zuständig ist. Im Rahmen seines Traineeprogramms bekam er die Chance die Risikokapitalgesellschaft (Venture Capital) von Otto näher kennen zu lernen. Diese heißt e.ventures und unterstützt mit ihrem Fonds junge Unternehmen. Bernhard arbeitete erst in Hamburg und danach in San Francisco jeweils ein halbes Jahr lang für e.ventures als Associate. Seine Aufgabe war es mit Start-Up Unternehmen zu sprechen und auszuloten, ob eine Beteiligung von e.ventures an diesem Unternehmen sinnvoll ist. Er hatte dort auch die Möglichkeit für die Vorstände und Geschäftsführer von verschiedenen Unternehmen der Otto Gruppe eine einwöchige Reise ins Silicon Valley zu organisieren. Dabei durfte selbstverständlich der Besuch bei der Google Zentrale in Mountain View nicht fehlen. Während dieser Reise, aber auch während seiner eigentlichen Arbeit für e.ventures, gab es viele Gelegenheiten sich mit interessanten Unternehmerpersönlichkeiten auszutauschen.
Die Zeit in San Francisco war für Bernhard eine großartige Erfahrung. Mit einem Lächeln zeigt er auf ein Modell der Transamerica Pyramide in seinem Büro: “Wir hatten unser Büro in der 43. Etage mit Blick auf die Bucht von San Francisco, auf Alcatraz bis hinüber zur Golden Gate Bridge”.

Der Einstieg bei tel-inform und die Rückkehr an den schönen Niederrhein

Nach fast 3,5 Jahren Berufserfahrung bei Otto hatte er zunehmend das Gefühl, dass seine Lernkurve abflachte und er sein Wissen nicht grundlegend erweitern konnte. Das war die Zeit, in der sein Vater Heinz Sack ihn fragte, ob er sich vorstellen könne nach Kleve zurück zu kommen.
Sein Vater hatte bei der Gründung der Firma tel-inform den Wunsch, eine Firma zu gründen, deren Werte die nächste Generation übernehmen kann. Dennoch hat er seine Kinder nie dazu gezwungen in die Firma einzusteigen. “Ich fand es allerdings schon immer spannend eigenverantwortlich tätig zu sein und nicht nur in einem großen Konzern zu arbeiten. Mein Vater hat sich sehr über meine Entscheidung, bei tel-inform einzusteigen, gefreut. Für mich war es eine Herausforderung in eine Branche einzusteigen, in der ich vorher nicht gearbeitet habe und gleichzeitig die Möglichkeit bot, die unternehmerische Tradition unserer Familie in 6. Generation in Kleve fortzusetzen”. Die Tatsache, dass Bernhard zum Zeitpunkt des Einstiegs bei tel-inform ein Branchen-Neuling war, empfindet er aber gleichzeitig auch als sehr hilfreich. Man hat einen anderen Blickwinkel zum Geschehen und gestaltet Dinge anders, wenn man nicht aus der Branche kommt. Und wenn man Dinge anders gestaltet, hat man auch das Potenzial innovativ zu sein und Veränderungen vorzunehmen. Insofern war tel-inform eine sehr spannende Option für ihn.
Seine Begeisterung und die Liebe zu Kleve ist nicht zu überhören, als er sagt: “Ich finde Kleve großartig und fühle mich mit Land und Leuten hier sehr verbunden. Ich bin hier geboren und auch wenn ich in vielen anderen Städten, vor allem in Großstädten leben durfte, ist Kleve für mich nach wie vor die beste Wahl”.

Kleine Schritte führen zum Erfolg – Vom Abteilungsleiter zum Geschäftsführer

Für Bernhard war es wichtig, die Geschäftsstrukturen von tel-inform von Grund auf zu verstehen. Dazu gehörte, dass er im operativen Geschäft des Unternehmens anfing. Er erhielt im Business Service-Bereich eine Schulung und arbeitete dort anschließend. Damals hieß die Abteilung noch nicht “Business Service” sondern “Inbound”. Zu dem Zeitpunkt hatte tel-inform ca. 300 Kleinkunden und nur wenige große Kunden. Von seinem Vater erhielt Bernhard den Auftrag, sich besonders in dieser Abteilung zu engagieren.
Nachdem er das Kerngeschäft kennengelernt und dort auch eine zeitlang mit telefoniert hatte, übernahm er die Abteilungsleitung und half mit die Abteilung zu restrukturieren und weiterzuentwickeln. Nach zwei Jahren übernahm der stellvertretende Abteilungsleiter Hendrik Sattler die Abteilungsleitung des Business Services und Bernhard wurde 2015 zweiter Geschäftsführer von tel-inform. In der Rolle des Geschäftsführers war er anfangs für die Bereiche Vertrieb, IT und Operations verantwortlich. Operations ist der Bereich von Marc Bündgen, Leiter des Service Centers, der bei tel-inform als Prokurist das operative Geschäft verantwortet. “Mittlerweile bin ich aber auch für den Bereich Personal verantwortlich. Mein Vater ist als Geschäftsführer noch für Finanzen und Controlling zuständig und die Arbeitsteilung klappt super. So vollziehen wir die Übergabe der Verantwortung von meinem Vater an mich in vielen kleinen Schritten”.

Was ist das Besondere an der Zusammenarbeit mit Deinem Vater?

Familienunternehmen 2013

Geschäftsführer des Familienunternehmens tel-inform: Heinz und Bernhard Sack

“Das Besondere ist, dass wir uns beide schon sehr lange stark vertrauen. Das kommt unter anderem von unserer gemeinsamen großen Leidenschaft, dem Segeln. Wir haben auch schon größere gemeinsame Segeltörns unternommen, bei denen ich gemerkt habe, dass er gut Verantwortung abgeben und Dinge auch mal anders durchführen lassen kann . 2006 gab es einen Schlüsselmoment als wir nach England gesegelt sind. Das war eine aufregende Tour einmal durch den englischen Kanal bis an die englische Küste und später wieder zurück.. Während dieser Tour hat er mir die gesamte Führung überlassen und ich habe die Kommandos gegegeben und die Verantwortung für unsere sechsköpfige Crew und das Boot gehabt. Mein Vater wusste, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits zweimal nach England gesegelt war und hat mir vertraut. Er hat sich voll und ganz rausgehalten und hat nicht eingegriffen. Das fand ich großartig!”

Bringt er Dir dieses Vertrauen im Berufsalltag entgegen?

“Daran hat sich auch nichts geändert, als ich bei tel-inform eingestiegen bin, im Gegenteil.
Mein Vater hat mir stets Platz geschaffen eigenständig Verantwortung zu übernehmen und ich finde dies sowohl für meine persönliche als auch berufliche Entwicklung essentiell. Der Business Service Bereich lag mir zu dem Zeitpunkt sehr am Herzen und es war mir wichtig, dass wir uns dort weiterentwickeln und neue Strukturen schaffen, mit denen wir weiter wachsen können. Ich konnte mich frei entfalten und ich bin sehr froh über das, was wir in den letzten Jahren mit den vielen beteiligten Kollegen hier bei tel-inform geschafft haben”.

Das Interview wurde geführt von Anne Miranda

Teilen